Viele deutsche Pitchdecks für den Benelux-Handel verwenden dasselbe Familienmotiv für Amsterdam und Brüssel: lachende Eltern, gedeckter Tisch, weiches Licht. In Workshops hören wir dazu regelmäßig zwei verschiedene Reaktionen — und genau diese Differenz sollte auf der Karte sichtbar werden.
Niederlande: Pragmatik vor Idylle
Niederländische Einkäufer in unseren Gesprächen fragen früh nach Nutzen, Logistik und Preismechanik. Ein zu idyllisches Familienbild ohne greifbaren Produktbezug wirkt dekorativ. Motive, die Alltag und Funktion zeigen — Schulmorgen, kompakte Küche, wiederverwendbare Verpackung — werden als ehrlicher gelesen.
Belgien: Wärme bleibt ein Argument
In belgischen Gesprächen, besonders im Lebensmittel- und Haushaltssegment, behält emotionale Wärme mehr Gewicht. Das heißt nicht „mehr Kitsch“, sondern Raum für Zusammensein und Gastfreundschaft — oft mit regionalem Bezug. Eine gemeinsame Benelux-Karte braucht deshalb Schichtungen: eine Funktionszeile, die in den Niederlanden trägt, und eine Beziehungszeile, die in Belgien nicht leer wirkt.
Praktischer Aufbau
Wir empfehlen auf einer Pitchkarte drei Blöcke: Fakt (Leistung, Einheit, Lieferbarkeit), Szene (ein Foto mit erkennbarem Alltag) und Satz (ein Claim ohne Superlativflut). Für Mehrmarkt-Pitches kann die Szene variieren, während Fakt und Markenzeichen stabil bleiben. So vermeiden Teams den Eindruck, Benelux sei ein einziger kultureller Raum.